Turm des Monats

In der Rubrik „Turm des Monats“ sollen die Besucher der Turm Rietberg-Seiten fortan Anregungen rund ums Thema Schach finden: Das können lohnende Bücher und Trainings-DVDs sein, aber auch interessante Internet-Seiten oder Hinweise auf spannende Turniere. Die Tipps erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wollen das Rad (bzw. das Schachquadrat) nicht neu erfinden, sondern Anstöße und Anreize geben. Jedes Vereinsmitglied ist außerdem eingeladen, die „Türme“ zu kommentieren und – an den Vereinsabenden oder per Mail - eigene » einzusenden.

Endspiel-Lektüre

Den Anfang der Serie macht das Ende… genauer: das Endspiel. Gerade jüngere Spieler neigen dazu, lieber die neusten Großmeister-Neuerungen in der sizilianischen Sweschnikow-Variante oder im Moskauer Gambit auswendig zu lernen, als sich mit den Grundprinzipien des Endspiels zu befassen. Aber auch erfahrenere Spieler verlassen sich bisweilen auf „Turm hinter die Bauern“, „König ins Quadrat“ – und den Rest kann man ja ausrechnen. Das ist im Prinzip ja nicht falsch. Aber warum rechnen, wenn man das Ergebnis von vornherein kennen kann? So gibt es im Bauern-Endspiel (und nicht nur im Eishockey) Bodychecks sowie verminte Felder, die einem um die Ohren fliegen können. Im Turm-Endspiel sollte man mit den Namen Philidor und Lucena etwas anfangen können. Im Damen-Endspiel sollte man wissen, welchen auf die vorletzte Reihe vormarschierten und vom eigenen König gedeckten Bauern eine Dame noch abfängt: den a-Bauern, den b-Bauern, den c- oder d-Bauern…?

Das Standard-Werk allen Endspiel-Dingen ist die hervorragende und umfassende „Endspieluniversität“ von Marc Dvoreckij. Von den 536 Seiten sollte sich niemand abschrecken lassen. Abgesehen davon, dass man sich ja einzelne Kapitel herausgreifen kann - das Buch ist in zwei Schriftarten verfasst, und wer sich allein mit den großgedruckten Passagen und den Merksätzen befasst, ist schon bestens bedient. Überhaupt darf der Name Dvoreckij auf einem Buchdeckel als Qualitätssiegel aufgefasst werden. Zugreifen!

Ähnliches gilt für den deutschen Endspiel-Papst Karsten Müller. Sein Standard-Werk ist sicherlich „Grundlagen der Schachendspiele“ (zusammen mit Frank Lamprecht , 432 Seiten). Von Müller gibt es auch zahlreiche sehr gute Endspiel-DVDs für diejenigen, die lieber vor dem Bildschirm lernen.

Wer es für den Anfang vom Umfang her lieber etwas dünner (und kostengünstiger) mag, kann etwa zu „101 Endspieltipps“ von Steve Giddins greifen (111 Seiten). Dieses Werk liefert zwar auch – häppchenweise - manch brauchbare Ideen und Einblicke, kann mit den vorgenannten Büchern aber keinesfalls mithalten. Von nichts kommt eben nichts. Andererseits: Bevor man weiter sinnlos Sweschnikow büffelt…

Im Schrank in unserem Vereinsraum (Südtorschule) stehen übrigens weitere Endspiel-Bücher, unter anderem von Awerbach, Chéron und Smyslow – gratis zum Ausleihen (und Zurückgeben!). Die mögen nicht frisch gedruckt sein, aber an den Prinzipien des Endspiels hat sich in den vergangenen Wochen nicht sooooo viel geändert, dass man sie nicht mal durchschmökern könnte. Kürzlich soll sich ein Spieler der zweiten Mannschaft sogar mal zwei dieser Bücher mit nach Hause genommen haben. Möge dieses Beispiel Schule machen und viele andere Spieler anregen, zumindest mal ins Thema Endspiel reinzuschnuppern. Denn wie sagte schon ein schlauer Mensch: „Wer Eröffnungen lernt, lernt Eröffnungen. Wer Endspiele lernt, lernt Schach.“

(S.B.)



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